Jugendliche diskutieren mit der Politik, was sie aktuell beschäftigt

Mit klaren Worten verabschiedeten sich mehr als 120 Jugendliche am 17. November 2017 im Jugendkulturzentrum forum vom zweiten Mannheimer Jugendgipfel, dem Gipfeltreffen der Mannheimer Jugendlichen mit Mannheimer Politikerinnen und Politikern.

Die Jugendlichen waren zwischen 13 und 24 Jahre alt und kamen aus nahezu allen Stadtteilen, von verschiedenen Schulen, Vereinen, Verbänden, Jugendhäusern und der Universität.

Auch die Politik war gut vertreten. Neun Stadträtinnen und Stadträte stellten sich den Fragen und der Diskussion. Ebenfalls anwesend waren Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und die Bürgermeisterin für Bildung, Jugend und Gesundheit, Dr. Ulrike Freundlieb.

Das Ergebnis von zehn Workshops, in denen sich die Jugendlichen den Tag über mit unterschiedlichen Themen auseinander gesetzt hatten und diese am Nachmittag mit Politik und Verwaltung diskutiert hatten, wurde in der Schlussrunde folgendermaßen auf den Punkt gebracht:

  1. In Zivilcourage sind sie sich einig: Safety first! Wegschauen und gaffen sind ein No-Go.
  2. Gelebte Nachhaltigkeit heißt: weniger Konsum, mehr Second Hand, Fairtrade und lokale Unternehmen.
  3. Im öffentlichen Raum braucht es mehr multifunktionale Freiflächen und bei der Planung eine ansprechende Jugendbeteiligung.
  4. Die Traumschule bietet eine große Flexibilität. Die Bewertung von Schülerinnen und Schülern, aber auch der Lehrkräfte soll anders gestaltet werden.
  5. Jede Schule braucht eine starke SMV, die den Schülerinnen und Schülern hilft, ihre Rechte und Anliegen zu vertreten. Schülerinnen und Schüler müssen deshalb ihre Rechte kennen, um dies wirkungsvoll leisten zu können.
  6. Das ist unser Haus! Mannheimer Jugendhäuser leisten eine gute Arbeit und zeichnen sich durch ihre engagierten Mitarbeiter aus. Dies soll auch in Zukunft so sein.
  7. Ehrenamtliches Engagement verdient Anerkennung. Qualifikationen, die durch ein Ehrenamt mitgebracht werden, sollten anerkannt werden.
  8. Diskriminierung, Mobbing und Gewalt darf nicht akzeptiert werden, sondern es sich muss sich entschieden entgegen gestellt werden. Junge Menschen müssen mit Argumentations- und Selbstverteidigungstrainings noch stärker gemacht werden.
  9. Voran in die Zukunft geht nur mit einem umweltbewussteren Mannheim, mit erneuerbaren Energien und alternativer Mobilität.
  10. Es ist wichtig, sehen und erfahren zu können, dass man selbst Einfluss auf den politischen Entscheidungsprozess hat und  dass man als Jugendlicher in dieser Stadt tatsächlich etwas bewegen kann.

 „Kreativ, ergebnisoffen und höchst professionell sind die Jugendlichen an die Arbeit gegangen“, so die Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb. Sie nahm sich den ganzen Tag Zeit für den Jugendgipfel und führte viele Gespräche mit den Jugendlichen. „Wir wollen näher heranrücken, wollen wissen, was Euch bewegt, um dies in unser Verwaltungshandeln auf zu nehmen. Nutzt die angebotenen Strukturen und Formate der Jugendbeteiligung, bringt Eure Anliegen, Eure Visionen zu Gehör, so gestaltet Ihr heute schon das Mannheim von morgen mit, in dem Ihr als Erwachsene mit Euern Familien leben werdet“, betonte sie zum Abschluss.

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bedankte sich bei den Jugendlichen: „Eine Stadt ist nur zukunftsfähig, wenn sowohl acht- als auch 80-Jährige gut in ihr leben können. Deshalb brauchen wir so früh wie möglich Eure Visionen und Impulse für unser Leitbild 2030 und für die zukünftige Entwicklung dieser Stadt.“

„Damit zeigen die Jugendlichen ein klares Bekenntnis zu ihrer Stadt, den Willen zur Mitgestaltung und den Weg in die Zukunft Mannheims“, so Jan Sichau, Vorsitzender des Stadtjugendring Mannheim e.V.: „Der Jugendgipfel war ein ereignisreicher und produktiver Tag“, so sein Fazit. „Die Politik weiß nun noch besser Bescheid, was Jugendliche bewegt und nimmt es mit. Doch es muss auch weitergehen. Dazu gibt es vom Kinder- und Jugendbüro 68EINS! Angebote, wie die dezentralen Stadtteilversammlungen, den Jugendbeirat sowie Schule & Demokratie und darüber hinaus die Jugendverbände, die von Kindern und Jugendlichen selbst gestaltet werden.“

Der Tag wurde mit einem Konzert der Band „Straßenpoeten“ laut und stark beendet.

Weitere Informationen zum Jugendgipfel:

Wie wurde gearbeitet?

In zehn Workshops entwarfen Jugendliche an diesem Tag Visionen für Mannheim. Diese wurden in der zweiten Runde mit Mitgliedern des Gemeinderates diskutiert. Mit dabei waren Vertretungen der Verwaltung und von Vereinen und Verbänden.

Wie kam es zu den Workshopthemen?

Während der vergangenen fünf Jahre hat das 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro 37 Stadtteilversammlungen in Mannheim durchgeführt. Zahlreiche Ideen und Anliegen wurden von Kindern und Jugendlichen erarbeitet. Bei der Auswertung wurde erkennbar, welche Themen immer wieder auftauchten. Daraus sind die Workshops des Jugendgipfels entstanden. Die Themen des Jugendgipfels sind somit wiederkehrende stadtteilübergreifende und stadtweite Themen der Stadtteilversammlungen.

Welche Workshops wurden angeboten?

  • Zivilcourage Gewalt im öffentlichen Raum – Was tun?
  • Gelebte Nachhaltigkeit. Ordentlich meckern und dann ordentlich selber machen.
  • Öffentlicher Raum. Mach MA chilliger.
  • Deine Traumschule und wie sie Wirklichkeit werden kann!
  • Reclaim your School! Was darf ich eigentlich alles?
  • Das ist unser Haus! Mannheimer Jugendhäuser
  • Selbstorganisation und Mitbestimmung in Verbänden und Vereinen.
  • Rechten Sprüchen widersprechen aber wie?
  • Voran in die Zukunft. Mach MA mobiler.
  • Stadtentwicklung & Bundesgartenschau 2023. Mach MA fresh!

Weitere Informationen zu den Workshops unter: www.68deins.de/Jugendgipfel.

Wie lief der Jugendgipfel ab?

08:00 Uhr   Ankommen

08:30 Uhr   Begrüßung durch Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb und Jan Sichau, Vorsitzender des Stadtjugendrings e.V.

09:15 Uhr   Workshopzeit (1. Runde)

12:00 Uhr   Besuch des Oberbürgermeisters Dr. Peter Kurz

12:30 Uhr   Mittagessen und Pause

13:30 Uhr   Workshopzeit (2. Runde mit Politik)

15:30 Uhr   Abschlussrunde mit Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb und Jan Sichau, Vorsitzender des Stadtjugendrings

16:00 Uhr   Konzert der Straßenpoeten

17:00 Uhr   Ende

Hintergrund:
Der Jugendgipfel wird organisiert vom 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro Mannheim.

Das Kinder- und Jugendbüro setzt das Mannheimer Kinder- und Jugendbeteiligungsmodell mit den Formaten „Stadtteilversammlungen“, „Kindergipfel“, „Jugendgipfel“ und „Jugendbeirat“ sowie mit dem Programm „Schule und Demokratie“ um.

Das 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro Mannheim befindet sich in der Trägerschaft des Stadtjugendring Mannheim e.V. sowie der Stadt Mannheim, Fachbereich Kinder, Jugend und Familie – Jugendamt und Fachbereich Rat, Beteiligung und Wahlen/ Kinderbeauftragte.

Für weitere Informationen:
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