Ein Theaterprojekt zur Arbeitsmarktintegration in Zeiten der Corona-Pandemie

Erfolgreiche und nachhaltige Arbeitsmarktintegration setzt voraus, dass Vermittlungshemmnisse abgebaut und Kompetenzen gestärkt sind. Das Jobcenter Mannheim geht innovative Wege, um die Integrationschancen von Menschen zu erhöhen und sie (wieder) fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Nachdem das Jobcenter im Jahr 2019 zum ersten Mal erfolgreich erprobt hat, wie Theater dabei helfen kann, wurde das Theaterprojekt in diesem Jahr neu aufgelegt.

Und nun ist es soweit: Nach sieben Monaten Coaching, Kommunikationstraining und intensiver Theaterarbeit feiert das Stück „Mir gehört die Welt“ (Regie: Helena Mußler) am 30. September seine Premiere.
 
In Kooperation mit der Bochumer Theaterproduktionswerkstätte defakto GmbH und dem Stadtensemble des Nationaltheaters Mannheim hat das Jobcenter Mannheim erneut diesen unkonventionellen Ansatz gewählt, um die Zielgruppe der erziehenden Frauen für einen (Wieder)Eintritt ins Berufsleben zu stärken.
 
Insgesamt 17 Frauen aus Deutschland, Syrien, Eritrea, Kasachstan, Irak, Polen, Bulgarien und der Türkei sind unter Pandemiebedingungen zusammengekommen, um sich dieser ungewöhnlichen Herausforderung zu stellen und gemeinsam den Weg aus der Arbeitslosigkeit zu meistern. Ein eingespieltes Coaching-Team hat sie dabei unterstützt.
 
Dies funktionierte wegen Corona zu Anfang nur digital. Mit Schulungen zur Mediennutzung, Körper- und Sprachübungen sowie Kommunikationstrainings wurden die Teilnehmerinnen während des Lockdowns online auf die Theaterarbeit vorbereitet. So wurden in einem ersten Schritt digitale, für den heutigen Arbeitsmarkt unerlässliche Fähigkeiten gestärkt. „Am Anfang haben wir einfach online experimentiert, um zu sehen, wie sich alles entwickelt“, so die Projektteilnehmerin Lena Sperl, „und es hat echt gut funktioniert! Obwohl man sich vorher persönlich nie gesehen hat, ist eine tolle Gruppendynamik entstanden!“
 
Trotz der hohen Akzeptanz der digitalen Coachingform war die Erleichterung über die behutsamen Lockerungen groß, denn Theaterarbeit – und Arbeit überhaupt – lebt vom menschlichen Miteinander. „Die Praxis zeigt, dass die Teilnehmenden einen großen Bedarf an Ansprache haben“, so die Projektleitung von Defakto, Maya Niedernolte. Niedernolte beschreibt die Arbeitsgrundlage ihres Teams als einen „ganzheitlichen Ansatz aus Spracherwerb, Ressourcen-Entdeckung und Kompetenzentwicklung“, der das Fundament für eine erfolgreiche Arbeitsbiographie legt.
 
Carl Philipp Schöpe, Geschäftsführer des Jobcenters Mannheim, freut sich auf die Premiere: „Unsere Zielgruppe hat oftmals mit mehreren Vermittlungshürden zu kämpfen, sei es die Sprache, mangelnde Ausbildung oder die Schwierigkeit, Elternschaft und Berufstätigkeit zu vereinbaren. Unsere Aufgabe ist es, Menschen bei der Entwicklung beruflicher Perspektiven zu unterstützen und gerade auch erziehenden Frauen eine Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“ Dass es dem Projektteam trotz Corona wieder gelungen ist, mit den Teilnehmerinnen ein Stück auf die Bühne zu bringen, ist eine beachtliche Leistung. Schöpe wünscht den Darstellerinnen gutes Gelingen.
 
Info: Die Premiere findet am 30. September 2021 um 19:30 Uhr im Jugendkulturzentrum Forum statt. Der Eintritt ist frei.
 
Ansprechpartnerin für Rückfragen:
Frau Neuer 0621-181 66 429